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  • Die Grundlegung der Psychologie als Naturwissenschaft

ist nur davon abhängig, wieviel wir an Gesetzmäßigkeit (naturgesetzliche Zusammenhänge, Naturgesetze) von den Erscheinungen, die wir der Psychologie zuordnen, erkannt haben !

Die GRUNDLEGUNG DER PSYCHOLOGIE ALS NATURWISSENSCHAFT wird hiermit - mit diesem Kapitel (mit dieser Seite) - nachträglich nochmals bewiesen, nachdem ich die hier vorgestellten Gesetzmäßigkeiten schon früher (vor 1999) entdeckt und teilweise veröffentlicht hatte !

Vorgänge (in der Natur) unterliegen Gesetzmäßigkeiten, sogenannten Naturgesetzen oder Naturgesetzmäßigkeiten.

Da der Mensch ein Teil der Natur ist, so ist auch sein Handeln naturgesetzlich bestimmt !

Daraus folgt auch, dass es einen "freien Willen" (hiervon erfahren Sie später mehr) nicht gibt. Einige Erläuterungen hierzu hatte ich bereits in meinem Buch "Das Prinzip allen Lebens" (Prinzip entdeckt 2004 / veröffentlicht © 2005) abgegeben.  

Was den "freien Willen" anbelangt, ist meine Meinung gleich der der Professoren Dr. Gerhard Roth und Dr. Wolf Singer: Es gibt keinen "freien Willen". 
Begründungen können allerdings aufgrund der von mir entdeckten Naturgesetze im Einzelnen wie auch im Grundsätzlichen eindeutiger und genauer durchgeführt werden.

Um also Erleben und Verhalten des Menschen zu verstehen, muss man die Gesetzmäßigkeiten kennen, die den (psychologischen) Erscheinungen zu Grunde liegen und hier wirken.

Die Gesetzmäßigkeiten (die naturgesetzlichen Zusammenhänge) die das Erleben und Verhalten bestimmen, werde ich im Folgenden ausführlich beschreiben und mit Abbildungen noch verständlicher machen.

---


    Inhaltsverzeichnis
_________________
­­­­­
 Die naturgesetzlichen  Grundlagen  der  Psychologie
Definition der NATURWISSENSCHAFT PSYCHOLOGIE
   - Die Erfahrung
1.Der Wirkungsablauf "Mensch - Umwelt"
  -> Abbildung 1
1.1Wie ergibt sich der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch ?
1.1.1Die Umweltvermittlungsorgane (Definition)
  -> Abbildung 2
1.1.2Die Verhaltensorgane (Definition)
1.1.3Umweltvermittlungs- und Verhaltensorgane
 -> Abbildung 3
1.2Der Regelkreis Umwelt-Mensch (der Umwelt-Mensch-Regelkreis)
1.2.1"Verknüpfung" der Sinnes- und Verhaltensorgane
  - Bemerkung zur Auslese (Selektion)
1.3LEHRSATZ des DIETMAR G. WEST zum VERHALTEN 
       
2.Der Regelkreis Umwelt - Mensch  (der Umwelt-Mensch-Regelkreis)
· D A S   G R U N D G E S E T Z   D E R   P S Y C H O L O G I E
 Der Soll-Ist-Vergleich und die Befehle an die Verhaltensorgane
  -> Abbildung 4
· NATURGESETZLICHE VORGÄNGE innerhalb des GRUNDGESETZES   DER PSYCHOLOGIE
· Hervorhebung von Regelgrößen im GRUNDGESETZ DER PSYCHOLOGIE
  -> Abbildung 5
2.1Vergleichen
2.1.1Das Gehirn, die Erfahrung und der Sollwert
· Die Erfahrung und das "Wissen" aus der biologischen (organischen) Entwicklung
2.2Verhalten (ausgeführt durch die Verhaltensorgane)
2.3Vergleichen und Verhalten - bei allen Lebewesen
2.3.1Der Gleichgewichtszustand (das Gleichgewicht)
 - Seelisches Gleichgewicht
 - Fließgleichgewicht
2.3.2Der Regelvorgang (Definitionen)
2.3.3Erleben und Verhalten
  -> Abbildung 6
2.4Der Regelkreis und die Regelung an Beispielen
2.5Wie steht das Gehirn zu dem Neuen ??
 
 
 PSYCHOLOGIE - ihre NATURGESETZE
                          
 - Fortsetzung
       
3.Das gegenseitige Regeln
  -> Abbildung 7 
3.1Das gegenseitige Regeln über ein (passives) Objekt
  -> Abbildung 8
  
  ·Das bedeutungsvollste Ergebnis dieser Entdeckung
_____________



Die Psychologie wird heute "... als Wissenschaft vom menschlichen Erleben, Verhalten und Handeln ..." bezeichnet. (Zitiert aus dem Wörterbuch Psychologie, Seite 9, von Werner D. Fröhlich, dtv 2000).

"Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen.", zitiert aus dem Taschenbuch der Psychologie, Seite 15, von Heinz Hemling, Humboldt-Taschenbuchverlag 1974.

Wechselwirkungen:
Was diese beide Herren hiermit zum Ausdruck bringen, geht aus den Wirkungen der Umwelt auf den Menschen und den Wirkungen des Menschen auf die Umwelt hervor. Man kann von Wechselwirkungen sprechen oder sie als solche bezeichnen.      


Ich würde die vorher genannten Definitionen "zuspitzen" und für die DEFINITION DER PSYCHOLOGIE ALS NATURWISSENSCHAFT folgende vorschlagen:


                   Psychologie ist die Naturwissenschaft von den                
naturgesetzlichen Zusammenhängen von Erleben
und Verhalten (insbesondere) beim Menschen ! 


Das setzt voraus, dass Erleben und Verhalten ausreichend beschrieben und definiert sind, was ich hier nach und nach tun werde.


Die Erfahrung
Man muss wissen und ich möchte darauf aufmerksam machen, dass Erleben Erfahrung voraussetzt. Erfahrung ist eine Form der Energie. Sie sammelt sich an und hat eine spezifische Struktur.
Erfahrung geht aus dem vorher Gelebten und Erlebten hervor. Damit kommt ihr eine ganz große Bedeutung für das Verhalten zu. Die Erfahrung beinflusst und bestimmt zum großen Teil das Verhalten. Erfahrung wird uns bewusst oder auch nicht.
Vorab möchte ich schon einmal andeuten, dass z.B. in den Genen eine Erfahrung aus der biologischen Evolution (Entwicklung) vorliegt. Was sich von den Lebensvorgängen bewährt hat und zum Überleben geführt hat, das ist als Plan für ein neues Leben in den Genen festgehalten. Weiterhin geht daraus ein Verhalten hervor, das wir als vererbt (geerbt) und nicht als erworben bezeichnen. Dies allerdings ist, sowie das Leben auch, nur in Verbindung mit einer Umwelt möglich. Lesen Sie dazu auch die Definition des Lebens in dem Kapitel "Das Prinzip allen Lebens". 
Das komplexe Thema der Erfahrung werde ich irgendwann später behandeln.

Es gilt also, den naturgesetzlichen Zusammenhang zwischen Mensch und Umwelt genauer zu betrachten, um das Erleben und Verhalten genauer bestimmen und beschreiben zu können.

Im Folgenden beschreibe und zeige ich Zusammenhänge, wie sie naturgesetzlich gegeben sind. Es sind somit Naturgesetze.



  • Eine der aller grundlegensten Voraussetzungen, das heisst, eine der naturgesetzlichen Grundlagen zum Verstehen psychologischer Vorgänge, sind Kenntnisse vom Wirkungsablauf des Geschehens zwischen einem Menschen und seiner Umwelt. Ich nenne díesen Wirkungsablauf kurz auch nur:  Wirkungsablauf Umwelt-Mensch oder Wirkungsablauf Mensch-Umwelt.

Für die weiteren Betrachtungen und Beschreibungen des Wirkungsablaufes nehme ich graphische Darstellungen zur Hilfe, in denen je ein Kästchen stellvertretend für die Umwelt (links vor Ihnen) und für einen Menschen (rechts vor Ihnen) steht. Umwelt und Mensch sind in dieser Abbildung durch zwei Bögen "verbunden". Die Pfeile zeigen die Richtung der Wirkungen.

Naturgesetzliche Grundlagen der Psychologie: Der Wirkungsablauf UMWELT-MENSCH  (Darstellung Nr.1).Abb. 1  zeigt den Wirkungsablauf Umwelt-Mensch: es ist ein geschlossener Wirkungsablauf. Er entspricht hier einem Regelkreis. Den Regelkreis werde ich anschließend behandeln.


Diesen Wirkungsablauf wiederhole ich nochmals:

Umwelt  --> Rezeptoren, Sinneszellen, Sinnesorgan (Reizvorgänge)  --> Gehirn (Verarbeitung im Gehirn)  --> Organe die das Verhalten ausführen (Verhalten) --> Umwelt.

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Ein solcher Wirkungablauf ergibt sich einmal aus der Tatsache, dass ein Mensch die Umwelt mittels bestimmter Sinnesorgane (ich nannte sie in meinen naturwissenschaftlichen Abhandlungen --> Umweltvermittlungsorgane) vermittelt bekommt.

Sinnesorgane haben Rezeptoren, in denen zunächst einmal "Reizvorgänge" stattfinden, aus denen entsprechende Meldungen (Signale, Impulse) hervorgehen und in Nervenleitungen an das Gehirn geleitet werden.


"Umweltvermittlungsorgane" ist einer von mehreren Begriffen, die von mir neu eingeführt wurden. Damit sind Organe gemeint, durch die ein Mensch Umwelt und die dort stattfindenden Änderungen vermittelt bekommt. Man spricht bei diesen Organen auch von Sinnen (Sehsinn, Hörsinn, usw.).

Solche Sinnesorgane, die uns die Umwelt vermitteln, sind z.B. das Auge, das Ohr, aber auch die Nase und der Mund als Geruchs- und Geschmackssinn. Dazu ist auch noch der Tastsinn zu zählen, also alle Organe oder "Sinne", die dem Menschen die Umwelt vermitteln.


  • Wahrnehmung:
     Ich schreibe mit Absicht, dass die Sinnesorgane "Umwelt vermitteln" und nicht vom "Wahrnehmen durch die Sinnesorgane", weil die Wahrnehmung erst entsteht, wenn das von der Umwelt durch die Sinnesorgane Vermittelte durch das Gehirn entsprechend verarbeitet wurde. Erst dann kommt es zur Wahrnehmung (und z.B. zur Abbildung der Umwelt im Gehirn, zum Erleben und zu all den Erscheinungen, die wir der Psychologie zuordnen, wovon Sie später mehr erfahren).                    


Die vorhergehende Abbildung zeigt also den Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Mensch-Umwelt): es ist ein geschlossener Wirkungsablauf. Im Einzelnen lässt er sich in groben Schritten wie folgt beschreiben:

        Umwelt --> die Umwelt und ihre Änderungen erreichen als "physikalisches und/oder chemisches Geschehen" die Rezeptoren der Sinnesorgane und rufen Reizvorgänge hervor, das Geschehen in den Rezeptoren (Änderungen dort) werden --> an das Gehirn geleitet, in dem eine Verarbeitung stattfindet; diese Verarbeitung hat das Ziel --> ein Verhalten hervorzurufen, mit dem der Mensch --> in die Umwelt wirkt.
Damit schließt sich der Wirkungsablauf!
  


Diesen geschlossenen Wirkungsablauf wiederhole ich nochmals durch die hervorgehobenen Begriffe:

Änderungen in der Umwelt --> Reizvorgänge --> Verarbeitung im Gehirn --> Verhalten --> Wirkungen in der Umwelt.

Damit ist der Wirkungsablauf geschlossen !


Details im Wirkungsablauf
 
In den folgenden Darstellungen von mehr Details in dem Wirkungsablauf verwende ich weiterhin zwei Kästchen, eines für die Umwelt (links vor Ihnen) und eines für den Menschen (rechts vor Ihnen). Aber die Verbindungen dieser beiden Kästchen mache ich nicht mehr durch Bögen, sondern stelle sie durch gerade Linien dar, wie die folgende Abbildung zeigt.

Diese Darstellung ist sehr zweckmäßig, da sie eine einfache und klare Darstellung des Wirkungsablaufes und der Einzelheiten erlaubt. Mehr Kästchen können nach und nach eingefügt werden und die einzelnen Kästchen mit Einzelheiten ergänzt werden.


Naturgesetzliche Grundlagen der Psychologie: Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Darstellung 2).Abb. 2:  Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch.

Sie sehen wiederum den Wirkungsablauf, den ich durch die einzelnen Bereiche nochmals angebe:

Änderungen in der Umwelt  --> Reizvorgänge  --> Verarbeitung im Gehirn  --> Verhaltensorgane  -->  Verhalten  -->  Wirkungen in der Umwelt.

Auch hier schließt sich der Wirkungsablauf !


"Verhaltensorgane" ist einer von mehreren Begriffen, die von mir neu eingeführt wurden. Damit sind Organe gemeint, durch die ein Mensch sein Verhalten ausführt  und mit denen er in die Umwelt wirkt. Es sind z.B. die Arme, die Hände, seine Beine und Füße (also der Bewegungsapparat), aber auch sein Mund und was dazu gehört, um Laute abzugeben oder zu sprechen. Auch durch Laute oder Sprechen wirkt ein Mensch (oder ein Lebewesen) in die Umwelt.



Diese Bezeichnungen bestimmter Organe habe ich von der Aufgabe und dem Zweck, die sie in dem Konzept der Natur für das Lebendige erfüllen, abgeleitet. Das bedeutet, dass mit dem Nennen dieser Bezeichnungen leicht zu verstehen ist, was gemeint ist. Dadurch werden diese Bezeichnungen zu Begriffen, die ich in der folgenden Abbildung nochmals im Zusammenhang darstelle.

Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Darstellung Nr.3): Umweltvermittlungs- und Verhaltensorgane.Abb. 3:  Der Wirkungsablauf Umwelt-Mensch. Umweltvermittlungs- und Verhaltensorgane. 

  

Aufgabe:
              
 
 
Versuchen Sie herauszufinden oder zu bestimmen, wieviele solcher Wirkungsabläufe etwa an einem Tag durch Ihr Gehirn gehen.

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Wenn ein Mensch durch sein Verhalten in die Umwelt wirkt, dann ändert sich dort auch etwas. Diese Änderungen in der Umwelt werden durch die Sinnesorgane (siehe Reizvorgänge) wiederum dem Gehirn zugeführt. Das Gehirn wiederum verarbeitet die neue Situation in der Umwelt und veranlasst wiederum ein entsprechendes Verhalten. Auf diese Weise erfolgt eine Rückmeldung (in "Neudeutsch": Feedback) und wir haben es mit einem Regelkreis zu tun.

Diesen Regelkreis beschreibe ich etwas später als das Grundgesetz der Psychologie näher.



Die Sinnesorgane (hier die Umweltvermittlungsorgane) und die das Verhalten ausübenden Organe - die Verhaltensorgane - sind in einem Regelkreis verknüpft. Dadurch kommt auch zum Ausdruck, dass diese aufeinander abgestimmt sein müssen !

Beispiel:  Wenn ein Mensch (oder ein anderes Lebewesen) Verhaltensorgane hat, durch die er große Beweglichkeit und Geschwindigkeit erreichen kann, dann hat das nur einen Zweck, wenn auch die Sinnesorgane (Umweltvermittlungsorgane) die schnellen Änderungen, die dabei aufkommen, dem Gehirn vermitteln können.

Beispiel:  Wenn die Sinnesorgane eines Menschen (oder eines Lebewesens) Umwelt und Änderungen in der Umwelt vermitteln, auf die er nicht reagieren kann, dann hat es auch keinen Zweck.

Aufgabe:
       
 
 
 
Versuchen Sie an verschiedenen Beispielen zu beschreiben, was passieren würde, wenn das nicht so wäre, wie ich es in den Beispielen aussage !?


Bemerkung zur Auslese (Selektion):
   
Die Abstimmung der Sinnesorgane (Sinneszellen und Rezeptoren) mit den Verhaltensorganen dürfte in der Evolution eine bedeutende Rolle gespielt haben und mit ein Auslesefaktor gewesen sein !

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Verhalten weist jedes Lebewesen auf. Verhalten hat sich in Millionen (ja Milliarden) Jahren mit den Lebewesen herausgebildet. Verhalten ist arteigen, aber auch mit begrenzten Abweichungen individuell. Das Verhalten hat einen ZWECK, der bei allen Lebewesen gleich beschrieben werden kann und muss.

Über den Zweck des Verhaltens möchte ich eine für alle Lebewesen (und damit auch für den Menschen) gültige Aussage treffen, die ich gerne als Lehrsatz verstanden wissen möchte:



                             + © 2008 - Dietmar G. West

Der Zweck des Verhaltens eines jeden Lebewesens und damit
 

  
auch der Zweck des Verhaltens des Menschen ist es, die größtmögliche
Sicherheit für sein Leben und Überleben zu erreichen.


Man kann es auch so sagen:
Durch das Verhalten soll ein Lebewesen, also auch ein Mensch, zu der Umwelt (den Gegebenheiten, den Bedingungen) eine Beziehung, ein Verhältnis herstellen, das ihm maximale Sicherheit bietet. (siehe auch Anpassung --> Beziehung, usw.)


Aufgabe:  
             
     
         
       
    
     
      
Es könnten bei Ihnen Zweifel darüber aufkommen, ob dieser Lehrsatz stimmt, insbesondere wenn Sie ihn auf den Menschen beziehen.
Wenn das der Fall ist, versuchen Sie die Gründe für Ihre Zweifel zu sammeln und zu formulieren.
Versuchen Sie dann zu ergründen, was Sie in Ihren Überlegungen und Folgerungen nicht berücksichtigt haben und warum dieser Lehrsatz dennoch richtig ist !?

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  • D A S   G R U N D G E S E T Z   D E R   P S Y C H O L O G I E

Nachdem ich in dem Vorhergehenden den geschlossenen Wirkungsablauf Umwelt-Mensch (Regelkreis) kurz dargestellt und beschrieben habe, gehe ich dazu über, diesen Wirkungsablauf etwas ausführlicher durch mehr Einzelheiten zu beschreiben.

Der geschlossene Wirkungsablauf ist, wie bereits erwähnt, als Regelkreis zu betrachten (da er ein Regelkreis ist).

Was ich bislang noch nicht zum Ausdruck gebracht habe und was zu einem Regelkreis (--> Regelvorgang) gehört, ist ein Bereich in dem ein Vergleich, ein sogenannter Soll-Ist-Vergleich stattfindet. Dieser Bereich wird dem Regler zugeordnet. Die Aufgabe des Reglers übernimmt das Gehirn.

Soll-Ist-Vergleiche und die Befehle an die Verhaltensorgane:

Der Soll-Ist-Vergleich hat den Zweck, eine Differenz (ein Signal) zu bilden, das für die im Wirkungsablauf folgenden Organe ein Befehl ist. Dieser Befehl (Signal) wird bei Regelvorgängen allgemein Stellgröße genannt. Die Stellgröße ist z.B. die Frequenz der Impulse in den Bewegungsnerven (motorische Nerven), die zu den Muskeln führen.

Bemerkung:

  • Eine andere Art von Stellgröße sind die Hormone, die über das Blut gezielt Zellen erreichen und so in die Aktivität (das Verhalten) der Organe und damit des Organismus unterstützend eingreifen. Die Hormone werde ich später in die Betrachtung der Regelkreise einbeziehen.

Beim Menschen erhalten in dem Umwelt-Mensch-Regelkreis die Organe Befehle, die das Verhalten ausführen. Ich bezeichne diese Organe deshalb als Verhaltensorgane.

Die nun folgende Darstellung enthält bereits genügend Grundsätzliches und die notwendigen Einzelheiten, um von dem Grundgesetz der Psychologie sprechen zu können. Ich werde diese Aussage anschließend erläutern. Zunächst einmal die graphische Darstellung:

Das Grundgesetz der Psychologie  (Darstellung Nr.1)Abb. 4   Das Grundgesetz der Psychologie.   Es ist das Grundgesetz der Psychologie, da aus diesem Regelkreis Umwelt-Mensch alle Erscheinungen hervorgehen, die wir der Psychologie zuordnen, wie z.B. auch Geist und Seele.

In dieser Abbildung 4 sehen Sie rechts etwa in der Mitte, die kurze schwarze Linie mit Pfeil, neben der Sollwert und (Führungsgröße) steht. Diese Linie mit Pfeil weist keine weitere Verbindung auf und sie finden auch keine weitere Angaben dazu. Aber bereits jetzt finden Sie in dem Kapitel Das PRINZIP allen LEBENS einiges mehr zu diesem komplexen Thema der Sollwerte und der Führungsgrößen, das ich noch behandeln werde.

Sie sehen links wieder die Umwelt und rechst einen Menschen. Die dickeren schwarzen Linien und Kästchen stellen den Verlauf der Wirkungen, den Wirkungsablauf, dar. Damit Sie ihn leichter verfolgen können und er Ihnen langsam vetrauter wird, gebe ich eine Folge der verwendeten Begriffe an, die nacheinander in diesem - hier im Uhrzeigersinn drehend  aufgezeichneten - Wirkungsablauf, auftreten:

Umwelt (Regelgrößen) --> Geschehen-so (Istwert-so) --> Sinnesorgane --> Istwert-p  -->  Istwert  --> Regler = Gehirn, es vergleicht (dargestellt durch den Kreis) den Istwert mit dem Sollwert und bildet einen entsprechenden Wert, eine Differenz e (e=Sollwert-Istwert) der  --> Stellgröße --> Stellglieder = Verhaltensorgane --> Verhalten --> Umwelt (Regelgrößen).

Damit ist auch hier der Wirkungsablauf geschlossen !

Selbstverständlich sind hier noch nicht alle Einzelheiten erfasst, insbesondere die Schritte der Verarbeitung im Gehirn. Es müssten also noch viele Kästchen mit Inhalt eingefügt werden. Die mit "A" und "B" bezeichneten Kästchen habe ich nur eingefügt, um kein Missverständnisse aufkommen zu lassen darüber, dass im Gehirn im Einzelnen noch Vorgänge der Verarbeitung ablaufen, bis es zu dem Vergleichen und anschließend z.B. zu den Befehlen in den Nervenleitungen kommt.

Bemerkung:

  • Zunächst einmal habe ich aber auch Gründe, nicht mehr anzugeben ! (Sie würden das verstehen, wenn Sie die Ignoranz und Arroganz der Professoren kennen gelernt hätten). Jetzt aber weiter zum Grundgesetz der Psychologie.


Aus diesem Umwelt-Mensch-Regelkreis geht alles hervor, was wir der Psychologie zuordnen:

  • die Beziehungen zu anderen Menschen und zu der Umwelt allgemein, ob diese nun gut, schlecht, leidvoll, lustvoll oder schmerzvoll, vertrauensvoll, lieblos, herzlich, usw. sind und ob wir sie als Abneigung, Zuneigung, usw. bezeichnen.
  • Freude, Friede, Angst, Kummer, Neid, Leid, Hass, Qual, usw.
  • Ansichten, Meinungen, Ideen, usw.
  • Eigenschaften die wir z.B. als intelligent, ehrgeizig, strebsam, gutherzig, "charakterlos", "dumm", "blöd", usw. bezeichnen
  • Geist und Seele
  • und so weiter.

Weiterhin gehen gehen aus diesem Regelkreis hervor:

  • Die Verdrängung
  • Das Bewusste als auch das Bewusstsein und das Unbewusste.


       Kein Mensch kann sich diesem naturgesetzlichen Ablauf - dieser Naturgesetzmäßigkeit des Umwelt-Mensch-Regelkreises - entziehen. Er wirkt immer und bei jedem Menschen und er ist deshalb ein Naturgesetz, nämlich:      
 
                                            DAS GRUNDGESETZ DER PSYCHOLOGIE !

---



Innerhalb - man kann auch sagen "unterhalb" - dieser grundsätzlichen Gesetzmäßigkeit des Umwelt-Mensch-Regelkreises, der das GRUNDGESETZ DER PSYCHOLOGIE ist, finden weitere Vorgänge statt, die bestimmten Gesetzmäßigkeiten folgen und die als einzelne Gesetze beschrieben werden können.

Diese Vorgänge, die innerhalb (unterhalb) dieser grundsätzlichen Gesetzmäßigkeit des Umwelt-Mensch-Regelkreises stattfinden, rufen Erscheinungen hervor, wie wir sie vor allem aus der Psychologie kennen.

Solche Erscheinungen sind zum Beispiel:

  • die "Gefühle" (eine Definition auf naturgesetzlicher Grundlage fehlt noch), welche auch immer: Hass, Neid, Scham, .... usw. Insbesondere können der Zweck und die Notwendigkeit der Gefühle nur aus diesem Wirkungsablauf erklärt werden.
  • die Typologie (psychologische Funktionen und psychologische Typen) nach Carl Gustav Jung
  • das Denken
  • die Verdrängung und die Verschleierung (Begriffe in der Psychologie, die auf Sigmund Freud zurückgehen.
  • die "Innere Uhr" und ihre Entstehung beim Menschen und bei Lebewesen (siehe dazu Das PRINZIP allen LEBENS). Auch sie erklärt sich nur aus diesem Wirkungsablauf.
  • Bewusstes, Unbewusstes
  • usw. 

Alle diese Erscheinungen sind die Folge von Gesetzmäßigkeiten, die innerhalb (unterhalb) des GRUNDGESETZES DER PSYCHOLOGIE (dem Umwelt-Mensch-Regelkreis) ablaufen und wirken.

Mehrere dieser Gesetzmäßigkeiten werde ich Ihnen nach und nach vorstellen.


Aufgabe: 
               
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
       
  
              
       
Sie sind z.B. ein Studierender der Psychologie.
Dann fragen Sie Ihren Dozenten oder Professor, was der naturgesetzliche Hintergrund (die naturgesetzliche Grundlage) der Verdrängung (im Sinne von Sigmund Freud und im erweiterten Sinn) ist. Wenn ihr Professor es zu wissen meint, dann lassen Sie es sich erklären und versuchen es anhand dessen zu prüfen, was Sie bislang in diesem Kapitel erfahren konnten.
Weiß der Professor es nicht, so versuchen Sie es ihm anhand von dem zu erklären, was Sie hier bislang erfahren konnten. Damit es Ihnen nicht allzu schwer fällt, gebe ich Ihnen einige Hinweise:

1. Im GRUNDGESETZ der PSYCHOLOGIE (Abb.4 und 5) erscheint ein sogenannter Sollwert. Er ist vergleichbar mit einer Forderung eines Menschen an die Umwelt.
2. Der Mensch sei ein Kind und die Umwelt ein Vater oder eine Mutter.
Wenn die Umwelt (der Vater oder die Mutter) einer Forderung des Kindes nicht nachkommt, dann entspricht der Istwert nicht dem geforderten Sollwert. Was bedeutet das dann für den Menschen (das Kind)? Was für Möglichkeiten ergeben sich für das Kind, mit der Situation fertig zu werden?

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In der nun folgenden Abbildung 5 stelle ich nochmals das Grundgesetz der Psychologie dar. Zum Unterschied zu der vorhergehenden Abbildung 4 hebe ich hier die Regelgrößen mehr hervor, indem ich einige aufführe.

Ganz deutlich ist hier dargestellt, dass die Regelgrößen, die ein Mensch aktiv für sich regelt, zurückgeführt werden und dem Organismus zur Verfügung stehen. Das zeige ich durch die in Grün dargestellten Linien mit Pfeilen, die auf den Organismus gerichtet sind.

Das Grundgesetz der Psychologie (Darstellung Nr.2).Abb. 5  Das Grundgesetz der Psychologie: Diese Darstellung enthält mehr Details zu den Regelgrößen.


Diese Form der Darstellung hat den Vorteil, dass ich oder Sie diesem Regelkreis (dem Grundgesetz der Psychologie) weitere Regelgrößen hinzufügen können und das einfach, indem man mehr solcher Linien und Pfeile einzeichnet, die auf den Organismus gerichtet sind und die entsprechende Regelgröße einträgt.

Aufgabe: Geben Sie weitere Beispiele von Regelgrößen.

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Entscheidend und was auch neu ist, ist die dargestellte Tatsache, dass im Gehirn, wie bei jedem Regler ein Vergleich zwischen einem Soll- und einem Istwert stattfinden muss. Der Vergleich wird durch die zwei auf den eingezeichneten kleinen Kreis zugehenden Pfeile und den abgehenden Pfeil zum Ausdruck gebracht. Der abgehende Pfeil stellt das Ergebnis dieses Vergleiches (die Differenz e = Sollwert - Istwert) dar.

Hier einige Beispiele für Äußerungen, die alle nicht zustande kommen könnten, wenn ihnen nicht das Vergleichen voraus ginge:

"heute geht es mir nicht gut";  "das ist nicht gut, was du da machst";  "es ist nicht das Beste, aber es geht";  "besser wäre, du ...";  "diese Farbe gefällt mir besser als die andere";  "das geht mir aber zu langsam"; "nun sind sie etwas zu weit gegangen";  "es lässt mich kalt";  "vielleicht hätte ich es doch anders machen müssen";  "ich muss jetzt gehen, mir läuft die Zeit davon",  "im Moment kann ich nicht, bitte lass mich in Ruhe"; usw.

Aufgabe:
      
       
 
 
 
Versuchen Sie selbst noch mehr Beispiele zu nennen, bei denen letztlich immer der Vergleich voraus geht, oder dafür entscheidend ist, dass so eine Aussage (sie steht für das Verhalten) zustande kommt.

Gäbe es diese Funktion Vergleichen nicht, so könnten wir zum Beispiel das alles nicht:

  • einen Unterschied feststellen
  • eine Entscheidung treffen
  • eine Verabredung (einen Termin) einhalten
  • wir könnten nicht einmal jemandem die Hand geben, denn wir würden sie verfehlen; usw.
Aufgabe:
    
 
 
Versuchen Sie eine Vorstellung davon zu erlangen, wie viele Vergleiche in Ihrem Gehirn an einem Tag ablaufen !? 

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Das Gehirn verarbeitet und speichert Information und es ist ein komplexer Regler.

Das Gehirn ist ein sehr komplexer Regler. Um die Aufgaben in einem komplexen Organismus erfüllen zu können, muss es Information verarbeiten und unter anderem auch verarbeitete Information speichern und diese vielfach verarbeiten können. Dadurch kommt es z.B. auch zu dem, was wir Erfahrung nennen. Aber selbst die Erfahrung hat keinen Selbstzweck, sondern dient dem Regler als Sollwert.

Also, was das Gehirn alles tut, gipfelt im Vergleichen.

Das Gehirn steht als Regler im Dienste eines Organismus (Körpers). Es vergleicht was außen (in der Umwelt), aber auch "innen" (im Organismus) vorgeht, mit den Bedürfnissen (Führungsgrößen, Sollgrößen und Sollwerten) des Organismus und veranlasst das Verhalten der Organe so, dass es im Sinne des Lebens und Überlebens des Organismus ist, in dem es "sitzt".

  • Ohne Umwelt keine Definition vom Leben:

Es ist also eine Art Partnerschaft zwischen Gehirn und dem restlichen Organismus. Aber wohlgemerkt, ohne Umwelt geht nichts. Das heißt auch, dass es keine Definition vom Leben - mehr im Kapitel Das PRINZIP allen LEBENS - gibt, in der die Umwelt ausgeschlossen ist !


Was das Gehirn tun soll, weiss es aus Erfahrung. Dabei kann jedes Lebewesen - sowie der Mensch auch - zunächst auf eine "Erfahrung aus der biologischen (organischen) Entwicklung" zurückgreifen.

Diese Erfahrung ist das einzige "Wissen", was ein Mensch von Geburt mitbringt. Es ist eine Erfahrung, die in dem Erbmaterial, den Genen, verbleibt und vererbt wird.

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Das Ergebnis des Vergleiches (die Differenz) führt zum Verhalten !  Das Verhalten ist der eigentliche Zweck im Umwelt-Mensch-Regelkreis (allgemein aber auch im Umwelt-Lebewesen-Regelkreis --> sehen Sie dazu das Kapitel Das PRINZIP allen LEBENS).

Durch das Verhalten soll - wie schon im "Lehrsatz des Dietmar G. West" gesagt - ein Mensch, aber auch jedes Lebewesen die größtmögliche Sicherheit für sein Leben und Überleben in und mit der Umwelt erreichen.

Das bedeutet, dass das Gehirn die durch die Sinnesorgane vermittelte Information verwendet, um daraus das Verhalten des Organismus zu bilden, zu dem es gehört. Das Gehirn erfüllt verschiedene Aufgaben und bestimmt auch das Verhalten, indem es Befehle an die das Verhalten ausführenden Organe sendet. Die das Verhalten ausführenden Organe nenne ich --> Verhaltensorgane.

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  • Die grundsätzlichste Gemeinsamkeit aller Lebewesen

Obwohl ich in diesem Kapitel "PsychologiE-Naturgesetze" meine Betrachtungen hauptsächlich dem menschlichen Lebewesen zukommen lasse, möchte ich in diesem Zusammenhang sagen, dass das Vergleichen und das Verhalten verknüpfte Vorgänge sind, die von jedem Lebewesen ausgeführt werden, von den organisch gering entwickelten (z.B. Bakterien), bis zu dem organisch am höchsten entwickelten, dem Menschen.

Hierin liegt die grundsätzlichste Gemeinsamkeit aller Lebewesen. Und dies ist etwas, was auch --> Darwins Abstammungslehre (Charles Darwin 1809 -1882) nur bestätigen kann.

Mit diesen Bemerkungen greife ich allerdings dem Inhalt des folgenden Kapitels "Das PRINZIP allen LEBENS" (links im Menü auszuwählen) vor, weshalb ich für weitere Einzelheiten, die alle Lebewesen betreffen, auch auf dieses nächste Kapitel verweise.


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Vergleichen und Verhalten sind Funktionen, die jedes Lebewesen ausführt. Durch sie ist die Wechselwirkung mit der Umwelt und die notwendige Beziehung zur Umwelt, die jedes Lebewesen in einer der Art spezifischen Weise ausführen muss, gegeben und geregelt.

Was gegeben ist und der Zweck der hier erfüllt wird, ist Folgendes: Zwei komplexe Objekte (Bereiche)  - ein Lebewesen und die Umwelt - sind in einer bestimmten Beziehung, in "Verbindung" zueinander und in einer bestimmten  Abhängigkeit voneinander. Und hier gilt es ein Gleichgewicht, einen Gleichgewichtszustand zu halten.    

In den vorhergehenden Abbildungen 4 und 5 finden sie die Bedingung für den Gleichgewichtszustand jeweils in Form einer Gleichung des Vorganges Vergleichen = Sollw.-Istw. oder als e = Sollw.-Istw. zum Ausdruck gebracht. e ist hier die Differenz von Soll und Ist.  Es sind Gleichungen, die sich aus den Vorgängen des Vergleichens ergeben, die andauernd stattfinden.

"Seelische Gleichgewicht"
Wie bereits gesagt und betont, gehem aus diesem Wirkungsablauf Mensch-Umwelt oder aus den entsprechenden Regelkreisen, die ein Mensch mit den Objekten der Umwelt bildet, alle die Erscheinungen hervor, die wir der Psychologie zuordnen. Damit sind auch die Erscheinungen eingeschlossen, die wir dem "Seelischen" zuordnen oder unter diesem Begriff verstehen möchten. Daraus folgt, dass in dem gesamten Gleichgewichtzustand auch das eingeschlossen ist, was wir als "seelisches Gleichgewicht" bezeichnen. 
   

"Fließendes Gleichgewicht"
Wir wissen oder müssen zur Kennntnis nehmen, dass im Wirkungsablauf Mensch-Umwelt Änderungen in der Umwelt aber auch in einem Menschen auftreten. Dies hat zur Folge, dass es einen Gleichgewichtszustand nicht gibt, sondern dieser immer nur angestrebt wird. Die Regelung versucht zwar, ein Gleichgewicht herzsutellen, aber wegen der andauernden Änderungen eilt sie immer hinterher. Es ist in diesem Zusammenhang von einem Fließgleichgewicht zu sprechen.


   
Wie des öfteren bereits gesagt, ist diese Gleichung (e=SOLL-IST) stets stellvertretend für eine Summe von Vergleichen in vielen Regelkreisen zu verstehen.  

Auch hier möchte ich zunächst weiter keine genaueren Erklärungen abgeben, sondern sie für die Zukunft aufbewahren.   


Aufgabe:
        
       
            
 1.
  
 
  
Versuchen Sie zu erklären, warum der Mensch bezüglich des Gleichgewichtszustandes eine "missratene Brut" ist, die so gehandelt (sich so verhalten) hat, dass das Gleichgewicht auf der Erde nicht mehr gegeben ist.
 2.
 
 
Versuchen Sie die Gründe (Faktoren, Größen) zu nennen, die in dem postbiologischen Entwicklungsvorgang des Homo sapien sapiens diesbezüglich eine Rolle spielen und wirken. 

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Man kann den Regelvorgang, wie ich ihn in den vorhergehenden Abschnitten beschrieben habe und wie er bei allen Lebewesen wirkt, definieren.

Beim "technischen Regelvorgang" spricht man vom Vergleichen und Stellen:

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Nach der Definition von "Technischen Regelungen" werden beim Regelvorgang oder bei dem Vorgang der Regelung zwei miteinander verknüpfte Vorgänge, nämlich Vergleichen und Stellen, verwirklicht.
Dabei wird eine Größe, die zu regelnde Größe, erfasst und mit einer anderen Größe, der Führungsgröße, verglichen. Die Differenz wirkt derart (durch das Stellen der Stellglieder an der Regelstrecke), dass dies zum Angleichen der zu regelnden Größe an die Führungsgröße führt.   
Der hierzu notwendige Wirkungsablauf vollzieht sich in einem geschlossenen Kreis, dem Regelkreis.
Unter Stellen ist die Einwirkung der Stellglieder auf die Regelstrecke zu verstehen.
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Beim "menschlichen Regelvorgang" ist vom Vergleichen und Verhalten (statt von Vergleichen und Stellen) zu sprechen (siehe auch --> Das Prinzip allen Lebens):

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Bei Lebewesen ist der Vorgang des Vergleichens auch gegeben.
Der aus dem Vergleich hervorgehende Stellwert (der Wert der Stellgröße), wirkt auf die Stellglieder, die an der Regelstrecke in den Prozess eingreifen.
Für einen Menschen entspricht dieser Prozess den Vorgängen in der Umwelt. In diese greift er mit seinem Verhalten, mittels seiner Verhaltensorgane ein.
Der hierzu notwendige Wirkungsablauf vollzieht sich in einem geschlossenen Kreis, dem Umwelt-Mensch-Regelkreis.

  > Die zu regelnde Größe, die Regelgröße, liegt in der Umwelt ! <

Es ist demnach beim Menschen (und allgemein bei Lebewesen) von den verknüpften Vorgängen Vergleichen und Verhalten zu sprechen, die den Regelvorgang verwirklichen und die entscheidende Vorgänge des Lebens sind.
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Zu den Definitionen und den Begriffen möchte ich noch einiges bemerken.

In der Umgangssprache verwenden wir diese Worte und die damit verbundenen Begriffe oft, ohne genau zwischen den Bereichen zu unterscheiden. So verwenden wir, auch wenn menschliches Verhalten gemeint ist, das Wort "stellen". Z.B. sagt man "stell dich nicht so an" oder "er hat sich dermaßen ungeschickt angestellt, dass etwas schiefgehen musste", usw.

Auch das Wort Verhalten verwenden wir nicht nur dann, wenn wir menschliches Verhalten meinen. So sprechen wir auch vom Fahrverhalten eines Automobils oder dem Verhalten eines Autos in der Kurve, oder vom Verhalten von Schiern beim Kurvenfahren, usw.

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Noch nie vorher wurden die Vorgänge, die zum Verhalten führen, in ihrem Grundsätzlichen, was zweifellos und hauptsächlich der geschlossene Wirkungsablauf und das Vergleichen ist, beschrieben. Wie das Gehirn das im Einzelnen macht, was also auf neuronaler Ebene abläuft, ist damit noch nicht geklärt. Aber wenn man schon einmal weiss, dass der Vorgang (die Funktion) Vergleichen stattfindet, dann wird man auch eher herausfinden können, wie dieser Vorgang im Einzelnen im Gehirn durchgeführt wird.

Wenn dieser entscheidende Vorgang - das Vergleichen - bislang auch unbekannt war, so haben die Erscheinungen (das Verhalten --> siehe auch Affekt), die durch diesen Vorgang zum Ausdruck kommen, die Menschen veranlasst, ihnen Bezeichnungen zu geben. So ist der Ausdruck Erleben auch in der Psychologie schon länger gebräuchlich, ohne dass man genau wusste oder immer noch nicht genau weiss, auf was er zurück zu führen ist.

Erleben geht auf das Vergleichen zurück. Ich möchte das hier nur erwähnen und behalte es mir vor, dies an anderer Stelle zu behandeln und zu erklären.

Erleben ist ein Begriff, unter dem Vorgänge zum Ausdruck gebracht werden, die im Gehirn ablaufen, wenn Ereignisse aus der Umwelt ein Gehirn erreichen, oder bereits "gespeicherte Erlebnisse" verarbeitet werden. Vielfach wird "Erleben", nur mit "bewussten" Vorgängen in Zusammenhang gebracht.

Es ist in diesem Zusammenhang auch zu bemerken, dass in der Psychologie die Wörter "bewusst" und "unbewusst" immer wieder verwendet werden, obwohl man nicht genau weiss, was damit gemeint ist. Man weiss es deshalb nicht, weil die bekannten Grundlagen für ihre Bestimmung, also für die Definitionen nicht ausreichend sind.

Die folgende Abbildung zeigt in einer der möglichen Darstellungen den Zusammenhang von Erleben und Verhalten in dem Umwelt-Mensch-Regelkreis.

Erleben und Verhalten im Regelkreis !Abb. 6

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Vielleicht gehören Sie zu den Lesern, die schon längst auf eingehende Beispiele als Nachweis des hier Vorgetragenen warten. Dazu sei die Bemerkung angebracht, dass das hier Vorgetragene eine Beschreibung von bestimmten Vorgängen in der Natur ist, die den Erscheinungen, die wir leicht beobachten können, zugrunde liegen.

  • Die von uns leicht beobachtbaren Erscheinungen (der Vorgänge) gehen aus dem vorgestellten Wirkungsablauf, dem Regelvorgang, dem Regelkreis, dem Soll-Ist-Vergleich, usw. hervor.

Bevor ich zu Beispielen übergehe, muss ich Sie nochmals daran erinnern, dass das was geregelt wird, Eigenschaften von Objekten (aber auch von Handlungen und Vorgängen) in der Umwelt sind. --> Hinweis: Im Übrigen ist dies ein Thema, das ich in den Einzelheiten, die in diesem Zusammenhang noch aufzuzeigen sind, später aufgreifen und behandeln werde.

Also Sie, die dies jetzt lesen, oder ein anderer Mensch irgendwo auf der Welt, regelt die Eigenschaften der Umwelt. Das tun Sie, wenn Sie zum Beispiel ihr Kind auffordern, es solle dies so und nicht anders tun, oder es soll das tun oder lassen; oder wenn Sie Ihren Mann oder Ihre Frau auffordern freundlicher oder anders zu sein oder aber auch wenn Sie loben oder tadeln, usw. 

1. Beispiel:  Bessere Noten für Ihr Kind

Sie möchten, dass ihr Kind "gut" oder "sehr gut" in der Schule ist. Wie ihr Kind in der Schule ist, ist eine Eigenschaft, die Sie beeinflussen möchten. Sie möchten, dass es Ihren Vorstellungen entspricht. Diese Vorstellungen müssen sich auf Eigenschaften beziehen, z.B. auf das Betragen und die Leistung in der Schule. Diese Eigenschaften werden "gemessen" und kommen dann in den Noten zum Ausdruck.

Wenn Sie auf Ihr Kind in diesem Sinne regelnd Einfluss nehmen, dann gehen Sie von Ist- und Sollwerten aus und Sie fordern zum Beispiel "du sollst oder sollstest eine 2 (Zwei) im Durchschnitt haben". Die Aussage (Ihr Verhalten) "du solltest eine Zwei haben" drückt Ihren persönlichen Sollwert aus. Ihr Verhalten hat sich ergeben, weil der Istwert noch nicht dem Sollwert entspricht. Es ist noch eine Differenz (e=Soll-Ist) zwischen Soll und Ist. Das ist der Fall, wenn Ihr Kind zur Zeit eine 3 (Drei) hat, Sie aber eine 2 (Zwei) fordern. Es fehlt also noch "ein besserer Wert". Mit dieser Differenz bleibt die Forderung um "eine Note" besser zu sein. Wenn das eintritt und der Istwert eine 2 (Zwei) ist, wenn Ihr Kind die Note Zwei erhält, wird die Differenz Null (e=2-2), weil Ihr Sollwert erreicht und damit Ihre Forderung erfüllt ist.

Wäre es so, dass ihr Kind bereits eine 1 (Eins) hätte, dann ergäbe sich 2-1=1, eine Differenz, die eine absurde Forderung zeigt, da der Istwert bereits besser wäre, als es der Sollwert ist. Selbstverständlich würden Sie keine Zwei fordern, wenn Ihr Kind bereits eine Eins hätte. Es sollte hier nur der Vergleich mehr erklärt sein.

2. Beispiel:  Aus Ihrem Tagesablauf

Dieses zweite Beispiel wähle ich so, dass gleich mehrere solcher Vorgänge des Regelns deutlich werden. Dazu eignet sich ein Tagesablauf eines Menschen sehr gut. Nehmen wir an, es sei Ihr Tagesablauf.

Sie stehen um 6 Uhr morgens auf. Diese Zeit haben Sie sich als Sollzeit gesetzt. Sie haben sich am Abend davor vorgenommen um 6 sollst du aufstehen, oder Sie haben sogar den Wecker für diese Zeit gestellt. Wenn es 6 Uhr ist und der Wecker klingelt, wachen Sie auf und steigen aus dem Bett. Oder Sie stehen noch nicht auf, weil Sie sich sagen: 10 Minuten gönne ich mir noch. Wenn dann auch diese 10 Minuten vergangen sind, stehen Sie auf.

Sie sehen an diesen Beispielen, wie komplex unser Gehirn als Regler ist. In diesem Fall und noch einigen folgenden Fällen, vergleicht er einen Sollwert der in der Zukunft liegt, mit dem Istwert, der momentan gegeben ist, um dann ein Handeln (ein Verhalten) einzuleiten, wenn die Differenz Null  ist.

Nachdem Sie aufgestanden sind, gehen Sie ins Bad. Um nicht an die Türe zu stoßen, müssen Sie den Abstand zwischen Ihnen und der Türumrandung vergleichen.

Dies ist ein typischer Regelvorgang, den Sie bei allen Ihren Bewegungen im Haus, auf der Straße oder im Büro ausführen. Da Sie Ihn sehr oft gemacht haben, wird er nicht bewusst. Also Regelvorgänge werden auch unbewusst ausgeführt, ja hauptsächlich unbewusst. Damit Sie sich sicher bewegen, müssen andauernd Vergleiche zwischen Soll und Ist stattfinden.

Bei den Vorgängen der Bewegung, die Sie im Raum ausführen, werden hauptsächlich Abstände (Entfernungen, Distanzen, Nähe, Unebenheiten, usw.) beachtet und verglichen. Ist zum Beispiel ein Hindernis auf dem Weg, dann umgehen Sie es in einem bestimmten Abstand, dem Sollabstand, der Ihnen die notwendige Sicherheit gibt, oder Sie räumen das Hindernis aus dem Weg. 

Wenn Sie, nachdem Sie mit den Aufgaben im Bad fertig sind, aus dem Bad gehen, werden Sie von einem neuen Sollwert geführt (--> siehe den Begriff Führungsgröße, der noch behandelt werden muss), der zum Beispiel darin besteht, dass Sie um 8 Uhr in der Firma sein sollen (oder wollen). Dazu müssen Sie erfahrungsgemäß um 07:15 Uhr von zu Hause abfahren. Also um 07:15 sollen Sie abfahren. Dazu steigen Sie dann in Ihr Auto.

Wenn Sie ins Auto steigen, finden lauter Regelvorgänge statt. Wenn Sie in das Auto gelangen wollen (sollen), ohne sich irgendwo anzustoßen, müssen Sie verschiedene Abstände beachten und Ihren Körper entsprechend positionell regeln. Jetzt fahren Sie aus der meist engen Garage. Dazu müssen Sie gleich mehrere Sollwerte beachten: "Ich soll nirgends anstoßen"; "dazu soll ich einen bestimmten Abstand zum Garagentorrahmen einhalten".

Sind Sie auf der Straße, geht es erstrecht mit den Regelvorgängen weiter. Sie müssen einen Abstand zum Straßenrand und einen Abstand zu dem vorherfahrenden Auto einhalten. Diese Abstände sind Sollwerte, die Sie einhalten müssen, je nach Geschwindigkeit z.B. 0,75 Meter zum Straßenrand und 10 Meter zum vorausfahrenden Auto. Um diese Sicherheitsabstände einzuhalten, müssen Sie andauernd vergleichen.  Die Sollwerte haben Sie aus der Erfahrung (Fahrpraxis) für verschiedene Geschwindigkeiten "gesammelt" und sind in ihrem Gehirn gespeichert.

Sie müssen beim Autofahren andauernd Vergleichen und Stellen, also sich so Verhalten, dass sie keinen Unfall machen. Wenn Sie diese Vorgänge auch nur für kurze Zeit nicht durchführen, dann sind Sie, je nach Geschwindigkeit, gleich im Straßengraben oder auf dem vor Ihnen fahrenden Auto aufgefahren.

Nach der Arbeit gehen Sie noch einkaufen. Zum Beispiel möchten Sie eine Jacke kaufen. Sie gehen in das Geschäft und suchen dort nach der Größe 48, nach einer bestimmten Farbe, nach einer bestimmten Form. Alles das sind für Sie Sollwerte. Sie suchen nach der Größe, Farbe und der Form, indem Sie die vorhandenen Jacken, nach diesen Sollwerten absuchen. Die vorhandenen Jacken haben die Istwerte, die Sie vergleichen. Haben Sie die Jacke mit den Sollwerten gefunden, werden Sie entsprechend handeln (sich verhalten).

Das waren einige Beispiele, an denen das Vergleichen und das Verhalten zu sehen und zu verstehen ist.

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Bislang habe ich Beispiele im Regelkreis genannt, in denen einem Menschen bekannt ist, was sein soll. Wie aber ist es, wenn eine neue Situation auftritt, für die keine Sollhandlung, keine Sollwerte zur Verfügung stehen? Das Gehirn weiss "weder was es will, noch was es soll".

Ich zitiere aus meiner Erinnerung (also vielleicht nicht ganz wortgetreu, sondern nur sinngemäß) hierzu Goethe:

"Der Mensch ist zu einer beschränkten Lage geboren. Einfache, bestimmte Zwecke mag er einzusehen und er benutzt die Mittel, die ihm zur Hand sind; wenn er aber ins Weite kommt, weiß er weder was er will, noch was er soll."

Mit dem "Weiten" meint Goethe wohl das noch nicht Bekannte, das Neue. Also wie steht das Gehirn, insbesondere als Regler, zu dem Neuen ?

Die Antwort hierauf möchte ich erst später geben. Bis dahin möchte ich Ihnen die Suche nach der Antwort überlassen.

Aufgabe: 
    
    
            
         
1. 
 
 
 
  
Versuchen Sie herauszufinden, was geschieht oder was geschehen muss, wenn eine neue Situation auftritt, für die Sie noch kein "Sollverhalten" und keine Vorstellung haben, was Sie tun sollen. Versuchen Sie auch "Größen" zu nennen, die hier eine Rolle spielen.
    
      
2.
 
Welche Vorgänge müssen im Gehirn ablaufen, damit es mit dieser Hürde des Neuen zumindest einigermaßen zurecht kommt ?

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Auch dieses Kapitel werde ich ständig überarbeiten, um Ihnen möglichst bessere Beschreibungen und Darstellungen zu bieten. Bitte schauen Sie daher bei einem späteren Besuch noch einmal auf dieser Seite vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse!

Ihr Dietmar G. West

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Eröffnet: 04/2008 --> weiter bearbeitet: 27.09.2008; 26.11.2010